Antibiotikaresistente Mikroorganismen



„Übertragung antibiotikaresistenter Mikroorganismen mit der Speisenversorgung.“ Bundesweites Symposium zur Sicherheit von Lebensmitteln am 02.12.2015 in Fulda



Fulda: In Deutschland erkranken jährlich 400.000 bis 600.000 Menschen an Krankenhausinfektionen. 10.000 bis 15.000 Menschen sterben jährlich daran. Diese Krankenhausinfektionen aufgrund von antibiotikaresistenten Mikroorganismen kennen wir bisher weitgehend aus den Klinikberichten. Jedoch wurden in jüngster Vergangenheit antibiotikaresistente Mikroorganismen auch mit der Speisenversorgung verteilt. Eine bisher wenig beachtete Gefahr! Wie konnte das passieren? Woher kamen die antibiotikaresistenten Mikroorganismen und wie gelangten diese in den Kreislauf der Speisenversorgung? Dies wurde am 2. Dezember 2015 anlässlich des 8. Fuldaer Symposiums, zum auch das Netzwerk Foodservice-Produktentwicklung eingeladen hat, besprochen. Das Symposium fand auch diesmal wieder unter der Schirmherrschaft von Ministerin Priska Hinz, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz statt. Über 120 Teilnehmer fanden den Weg nach Fulda.


In verschiedenen Vorträgen wurden mögliche Wege der Erreger vorgestellt. So berichtete Dr. Christiane Cuny vom Robert-Koch-Institut über die Herkunft und die möglichen Verbreitungswege von multiresistenten Erregern vom Tier zum Menschen. Prof. Dr. med. Constanze Wendt vom MVZ Labor Dr. Limbach & Kollegen GbR referierte über die Verbreitungswege von multiresistenten Erregern und betrachtete dabei auch die mögliche Übertragung dieser Erreger im Lebensmittelunternehmen Krankenhaus. Ein praktisches Fallbeispiel hatten Dr. Tobias Lackner vom Regierungspräsidium Darmstadt und Dr. Christian Schulze Fachdienst Veterinärwesen vom Amt fürLebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz aus Groß-Gerau mitgebracht. Hier wurde eindrücklich geschildert, wie in einer Einrichtung ein Erreger, vermutlich aus dem Bereich des Krankenhauses, in die Küche gelangt sein konnte und von dort wieder an die Patienten ausgegeben wurde. Dabei wurden völlig neue Themenbereiche offensichtlich. Beispielsweise wurden der Fettabscheider, die Dunstabzugshaube, das Abflusssystem, eine Reinigungsmaschine, und eine Rohrleitungsspirale, welche zum Reinigen von Rohrverstopfungen genutzt wird, als Ursache für die Einschleppung in Betracht gezogen. Die Verteilung erfolgte dann vermutlich über einen durch Sekundärkontamination belasteten Bedarfsgegenstand der Lebensmittel kontaminierte. Armin Wolf von der Quant Qualitätssicherung GmbH stellte in seinem Abschlussvortrag die Frage, ob es denn grundsätzlich zusätzliche Anforderung für betriebliche Eigenkontrollkonzepte durch das Auftreten multiresistenter Keime im Lebensmittelbereich gebe.

Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Referenten und Teilnehmer aus Wirtschaft und Überwachung waren sich ob der neuartigen Situation nahezu einig, dass diese Betrachtungswinkel in Zukunft in den Eigenkontrollkonzepten der Lebensmittelunternehmen als auch in der Lebensmittelüberwachung eine größere Rolle spielen wird. Ein Teilnehmer formulierte auf die Frage wie er die Veranstaltung empfunden habe: „Durch fachlich sehr gute Dozenten eine erstklassige Herangehensweise an dieses komplexe Thema.“ Dieses Thema, wird uns in naher und ferner Zukunft sicherlich noch weiter beschäftigen.


Das Netzwerk prüft aktuell, ob ein praxisorientierter Workshop zu dem Thema für die Netzwerkteilnehmer interessant ist. 

Interessenten melden sich bitte unterer: info@foodservcie-produktentwicklung.de


Comments